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04.02.18 05:06 Alter: 255 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

Waspo 98 verteidigt sich an die Tabellenspitze

Pokalsieger düpiert Meister im eigenen Bad


Meister Spandau 04 lief sich in der Waspo98-Abwehr regelrecht fest. Foto: Jens Witte

Das große Spitzenduell des deutschen Vereinswasserballs bleibt weiter für Schlagzeilen und Überraschungen gut: Am zehnten Spieltag der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) siegte Pokalsieger Waspo 98 Hannover auswärts gleich mit 11:7 (2:2, 4:2, 3:1, 2:2) beim amtierenden Meister und Spitzenreiter Wasserfreunde Spandau 04. Damit revanchierten sich die abwehrstarken Niedersachsen im dritten Saisonduell beider Teams nicht nur für die  nicht minder krachende 7:10-Niederlage im Heimspiel, sondern kegelten die Berliner aufgrund des gewonnenen Direktvergleichs auch von der Tabellenspitze der Pro A – Platz eins und Heimvorteil für die Play-offs sind damit greifbar nahe.  

Dabei hatten die nicht nur im Hinspiel siegreichen, sondern zuletzt auch im Fernduell erfolgreicher agierenden Spandauer trotz des Fehlens von Centerspieler Mateo Cuk mit einer 2:0-Führung gegen müde wirkende Gäste einen perfekten Start (3.), doch die jetzt stärker werden Niedersachsen glichen noch im Auftaktviertel aus und übernahmen in der Folge, zunächst noch unmerklich, dann auch das Kommando. Nach zwei weiteren Rückständen zum 2:3 und 3:4 folgten im zweiten Abschnitt dann gleich drei Treffer in Serie, so dass die Gäste mit einer überraschenden 6:4-Führung in die Halbzeitpause gingen.  

Nach dem Seitenwechsel fand Spandau bis in die Schlussphase hinein gefühlt nicht mehr statt: Der Meister wirkte ideenlos und gegen die stark verteidigenden Gäste gelang trotz einer ganzen Anzahl von Überzahlchancen lediglich ein Treffer, wobei dieser mit dem 5:8 (20.) durch Marin Restovic zudem aus dem laufenden Spiel fiel. Die in der Abwehr weiterhin gut stehenden Niedersachsen warfen ihrerseits dagegen einen 11:5-Vorsprung (29.) heraus, bei dem sich nicht nur die Beobachter in der Halle verwundert die Augen rieben. Erst in den letzten drei Minuten kam der Meister noch zu zwei Treffern zum 7:11-Endstand, ließ allerdings 20 Sekunden vor dem Ende auch die letzte Überzahlchance der Partie liegen.

Durch den Vier-Tore-Sieg konnte sich die zuletzt mit einigen Blessuren und Krankheiten kämpfenden Niedersachsen nicht nur revanchieren, sondern auch den Direktvergleich beider Partien zu ihren Gunsten entscheiden. Dieser würde bei dem aktuellen Punktegleichstand beider Rivalen am Ende auch über den Tabellenstand entscheiden, sofern die Waspo98-Sieben noch anderweitig patzen sollte. Spandau droht damit erstmals seit 2006 der Verlust der Spitzenposition für die Play-offs, als der SV Cannstatt nach den Rundenspielen in Front lag und am Ende auch deutscher Meister wurde. „Spieler des Tages“ wurde an seinem 35. Geburtstag mit Predrag Jokic ein Abwehrstratege der Hannoveraner, doch die vielleicht erstaunlichste Zahl des Tages produzierte deren Offensivreihe: Die Gäste konnten die Partie auch ohne die Tore der Toppspieler Aleksandar Radovic (2) und Darko Brguljan (0) gewinnen.

„Der Weg stimmt, wir haben viel Gutes getan in den letzten Wochen“, konnte Waspo98-Trainer Karsten Seehafer zufrieden sein. Kritisch zeigten sich die Berliner: „Faktoren wie das Fehlen von Mateo Cuk sowie strittige Referee-Pfiffe und auch starke Hannoveraner Einzelleistungen wie von Torwart Schenkel wirken sich hier aus. Aber das Ergebnis entspricht nicht dem, was wir können und was wir uns vorgenommen hatten. Jetzt muss eine Reaktion folgen. Das sind wir uns selbst schuldig“, sagte 04-Trainer Petar Kovacevic.

 Allzu viel Zeit zum Freuen oder Hinterhertrauern bleibt allerdings beiden Teams nicht: Bereits am Mittwochabend steht der Rückrundenauftakt im dichtgedrängten Kalender der Champions League auf dem Programm. Hier empfangen die Niedersachsen von 18:30 Uhr an im heimischen Stadionbad Spaniens Ausnahmeklub CN Atetic Barceloneta und brauchen dringend einen Punktgewinn. Spandau präsentiert sich von 20:30 Uhr auswärts in Novara als Außenseiter bei Italiens Serienmeister Pro Recco und kann sich ohne Druck auf die Suche nach der am Sonnabend vermissten Form machen.

Mit Dank an Wolfgang Philipps (Deutsche Wasserball-Liga) 


 
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