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18.01.17 23:47 Alter: 246 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fössse

Waspo 98 schnuppert am Auswärtscoup

7;10-Niederlage nach hartem Kampf in Eger


Jorn Winkelhorst scheute erneut keinen Zweikampf auf der Centerposition

Der deutsche Vertreter Waspo 98 Hannover deutete am vierten Spieltag der Champions League sein Potential an, verpasste allerdings in einer hartumkämpften Partie den Auswärtscoup im Lande des Rekordolympiasiegers: Nach 32 interessanten Spielminuten unterlagen die Niedersachsen trotz einer guten Vorstellung beim ungarischen Vizemeister ZF Eger mit 7:10 (4:5, 0:2, 1:1, 2:2) und warten damit in der Hauptrundengruppe B weiter auf den ersten Sieg. Die Tore des DSV-Vertreters teilten sich am einem unterhaltsamen Abend Darko Brguljan (3), Aleksandar Radovic (2), Luka Sekulic und Ante Corusic.

Der Start war aus Sicht der Gäste jedoch nicht nach Maß: Ungarns Vizemeister konnte sich mit den beiden ersten Angriffen eine 2:0-Führung nach nur 73 Sekunden herauswerfen, allerdings brachte postwendend Hannovers dreimaliger Torschütze Darko Brguljan dann auch den DSV-Vertreter erstmals auf die Anzeigetafel. Vor gut 600 Zuschauern in der Aladár-Bitskey-Schwimmhalle brachte der Auftaktabschnitt auch in der Folge einen regelrechten Schlagabtausch in Handballmanier, so dass der ungarische Meister der Jahre 2011, 2013 und 2014 mit einem knappen 5:4-Vorsprung in die erste Viertelpause ging.

Die hohe Torfolge des Auftaktabschnitts fand nach der ersten Pause allerdings keine Fortsetzung: Für den Rest des Spieles bestimmten lange Schwimmpassagen bei zum Teil sehr hohem Tempo das Geschehen, doch die Mannschaft von Trainer Karsten Seehafer hielt gegen und konnte auf ihren gut aufgelegten Schlussmann Roger Kong vertrauen. Dieses war auch nötig, da der Gasteber vor allem im zweiten Viertel hohen Druck ausübte. Im Angriff vermochten die Gäste in dieser Phase allerdings nicht die entscheidenden Akzente setzen, so dass die beiden einzigen Treffer dieses Abschnitts zum 7:4-Halbzeitstand (15.) von den Ungarn erzielt wurden.

Vor den laufenden Kameras des ungarischen Staatsfernsehens schenkten sich beide Seiten auch im weiteren Spielverlauf nichts, und im Gegensatz zu Ungarns nationalem Titelträger Szolnoki VSC (17:4-Heimsieg in der Parallelgruppe gegen den französischen Vertreter Olympic Nizza Nation) musste Eger gegen den DWL-Spitzenreiter bis zur Schlusssirene kämpfen. „Wir können mittlerweile auch körperlich gegenhalten“, freute sich Vereinspräsident Bernd Seidensticker über die Vorstellung des eigenen Teams und einen hartumkämpften Spielverlauf. Die Niedersachsen ließen sich von dem Resultat nicht beeindrucken, und in der 20. Minuten beendete Aleksandar Radovic mit seinem Überzahltreffer zum 5:7 dann auch die Torflaute der Gäste.

Dass die Gäste zu keiner Phase der Partie aufgaben, zeigte der Schlussabschnitt. Hier waren die Hausherren bereits mit 9:5 (26.) in Führung, doch zwei Treffer von Luka Sekulic und Aleksandar Radovic ließen den DSV-Vertreter noch einmal auf 7:9 (28.). herankommen. Ungarns 2008er-Olympiasieger Norbert Hosnyánszky verschaffte Eger im Gegenzug mit seinem dritten Treffer des Abends dann aber im Gegenzug die nötige Luft und ließ die Anhänger der Hausherren spürbar durchatmem,zumal die letzten Chancen der Gäste in dem facettenreichen Spiel ungenutzt blieben.

Mit einer etwas besseren Chancenvertung hätten die Niedersachsen vielleicht sogar nicht nur an einem Auswärtscoup schnuppern können, doch das wäre am Ende zu viel des Guten gewesen, wie auch die Waspo98-Verantwortlichen eingestehen mussten: „Wir haben gut gespielt, aber die waren den Tick besser“, zog Bernd Seidensticker als Fazit der unterhaltsamen Abends. Ein erster Blick in die ungarische Fachpresse bescheinigte  den DSV-Vertreter eine gute Vorstellung, und auch Trainer Karsten Seehafer gruppierte die gezeigte Leistung unter den bisherigen Saisonpartien bei allen kritischen Blicken für die Details recht weit oben ein.

Mit zwei Unentschieden und jetzt zwei Niederlagen bleiben die Niedersachsen weiterhin Tabellenfünfter in der Hauptrundengruppe B. Am Sonnabend steht in der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) im heimischen Stadionbad das Duell gegen denn Vorjahresvierten SV Bayer 08 Uerdingen an, ehe dann am 27. Januar ein weiterer Champions League-Teilnehmer wartet. Dann geht es allerdings in Düsseldorf auf der deutschen Pokalendrunde gegen den nationalen Rivalen Wasserfreunde Spandau 04 – und den ersten Titel dieser Spielzeit...

 

Champions League 2016/2017

Gruppe B, 4. Spieltag in Eger (Ungarn)

ZF Eger (HUN) – Waspo 98 Hannover (GER) 10:7 (5:4, 2:0, 1:1, 2:2)

Hannover: Roger Kong – Ante Corusic 1, Erik Bukowski, Marin Ban, Darko Brguljan 3, Aleksandar Radovic 2, Predrag Jokic, Jorn Winkelhorst, Luka Sekulic 1, Pere Estrany, Marek Tkac, Ingo Pickert und Luka Sukic. Trainer: Karsten Seehafer

Persönliche Fehler: 10/9

Mit Dank an Wolfgang Philipps (Deutsche Wasserball-Liga)

 

 


 
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