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01.04.18 03:18 Alter: 23 Tage
Kategorie: Wasserball
Von: Frank von der Fösse

Vorösterliche Torflut ...

Waspo 98 verliert 11:15 gegen Moskau


Torflut am Machsee, aber kein Happy-End: Der deutsche Pokalsieger Waspo 98 Hannover unterlag am elften Spieltag der Champions League in einer aktionsreichen Partie mit 11:15 (2:2, 2:5, 3:3, 4:5) Toren gegen den russischen Vertreter Dynamo Moskau und bleibt damit in der Hauptrundengruppe A Tabellensechster. Die Tore der Niedersachsen teilten sich bei dem offenen Schlagabtausch Darko Brguljan (5), Aleksandar Radovic (2), Luka Sekulic, Pere Estrany, Predrag Jokic und Erik Bukowski. 

Die Freunde aktionsreichen Wasserballs kamen zumindest auf ihre Kosten: 26 Tore und 25 Persönliche Fehler sorgten für beinahe epische Zahlen, und beide Abwehrformationen verzeichneten zusätzlich noch mehr als nur eine Reihe gelungener Szenen. Die Niedersachsen konnten ähnlich wie im Hinkampf allerdings nicht über die gesamte Spielzeit gegenhalten, was partiell auch den Personalien geschuldet war: So fehlte Center Jorn Winkelhorst aufgrund einer Handverletzung aus dem jüngsten Ligaspiel, was nicht nur Auswirkungen auf die Offensivleistung hatte. Centerverteidiger Predrag Jokic rückte als Ersatz in die Sturmmitte, was in der Gesamtbilanz für die Abwehrreihe der Niedersachsen schmerzlicher war, wie Trainer Karsten Seehafer kritisch anmerkte.

Während die Russen ihr Spiel relativ konstant durchziehen und im Gegensatz zu den Niedersachsen auch eine ansprechende Überzahlquote hinlegen konnten, leistete sich der Gastgeber bereits vor dem Seitenwechsel die schon entscheidenden Handicaps des erneut bunten Abends im Stadionbad: Zum einen schien mit Ausnahme von Darko Brguljan, der in den ersten 20 Spielminuten alle vier Treffer des DSV-Vertreters erzielte, zunächst kein anderer Waspo98-Akteur Tore werfen zu wollen, zum anderen folgte nach dem 4:4-Gleichstand (13.) eine unübersehbare Schwächephase in der Abwehr, die den Neuling von der Moskwa bis auf 9:4 (19.) davonziehen ließ.

Das trübe Zwischenresultat war angesichts der Torflut allerdings immer noch keine Vorentscheidung: Die Niedersachsen versuchten alles und kamen tatsächlich wiederholt auf die ominöse Schlag- und Comebackdistanz von drei Toren heran, schafften es allerdings nicht, der russischen Offensive in den entscheidenden Augenblicken Sand in das Getriebe zu streuen. 64 Sekunden vor dem Ende der Partie kam die Seehafer-Sieben nach einem Centertreffer von Predrag Jokic sogar auf 11:13 heran, allerdings verdarben in den letzten 35 Sekunden der Partie zwei Tore zum 11:15-Endstand das Schlussresultat des bunten Abends.

„Mit 15 Gegentreffern kann man kein Spiel gewinnen. Durch das Fehlen von Winkelhorst mussten wir von Anfang an umstellen, verlieren dabei die Struktur und bekommen dort Treffer, wo sie nicht fallen sollten“, mochte Seehafer daher nicht zufrieden sein. Hinzu kam allerdings auch die schlechte Überzahlbilanz der Lokalmatadoren, ohne die sich ein derartiges Schützenfest nicht auf Dauer überleben lässt. Bezeichnenderweise ließ beim Stande von 4:8 (17.) zudem Waspo98-Kanonier Aleksandar Radovic den einzigen Strafwurf der Partie aus, den Gästeschlussmann Victor Ivanov unfreiwillig mit dem Kopf klärte.

Die Gäste bleiben damit im Rennen um einen der vier Endrundenplätze, während für den DSV-Vertreter mit der Niederlage die letzte rechnerische Chance platzte. Für die Niedersachsen geht es international am 18. April auswärts weiter, wenn die Seehafer-Sieben auswärts in Kroatien beim derzeit nur fünftplatzierten Vorjahresfinalisten Jug Dubrovnik gastiert. Hier kann die Seehafer ohne Druck für die nationalen Saisonhöhepunkte testen und international vielleicht einem anderen Team beim Kampf um den Endrundenplatz in die Suppe spucken.

 

Champions League 2017/2018

Gruppe A, 11. Spieltag in Hannover

Waspo 98 Hannover (GER) – Dynamo Moskau (RUS) 11:15 (2:2, 2:5, 3:3, 4:5)

Hannover: Moritz Schenkel – Ante Corusic, Erik Bukowski 1, Julian Real, Darko Brguljan 5, Aleksandar Radovic 2, Predrag Jokic 1, Tobias Preuß, Luka Sekulic 1, Pere Estrany 1, Marin Ban, Marek Tkac und Luka Sukic. Trainer: Karsten Seehafer

Persönliche Fehler: 10/15

Mit Dank an Wolfgang Philipps (DWL)

 

 


 
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